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— Essay · Bremind

Eine KI-Erweiterung bauen: So entwickle ich KI-Komponenten für Joomla und WordPress

Was früher ein Team brauchte, baue ich heute allein: KI-Erweiterungen für Joomla — nach einem Prinzip, das genauso für WordPress gilt. Ein offener Blick in die Werkstatt, mit fünf Regeln, echten Beispielen und den Grenzen.

Eine KI-Erweiterung bauen: So entwickle ich KI-Komponenten für Joomla und WordPress
Bild: KI-generiert

Vor ein paar Jahren brauchte eine CMS-Erweiterung mit künstlicher Intelligenz ein Team, viel Zeit und ein ordentliches Budget. Heute baue ich solche Werkzeuge allein, hier in Bremen. Nicht, weil die KI das von selbst erledigt, sondern weil sie mir beim Bauen und im fertigen Produkt viel Fleißarbeit abnimmt.

In diesem Beitrag zeige ich offen, wie bei mir eine KI-Erweiterung entsteht. Als Beispiele dienen meine Joomla!-Erweiterungen BRE KI SEO und BRE KI Consent. Das Vorgehen gilt genauso für WordPress.

Erst die Aufgabe, dann die KI

Am Anfang steht nie die Frage „Wo baue ich KI ein?“, sondern: Welche Arbeit im Backend kostet Zeit und wiederholt sich ständig?

  • Für fünfzig Seiten Title-Tags und Meta-Beschreibungen schreiben.
  • Alt-Texte für Bilder nachtragen, die seit Jahren fehlen.
  • Im Cookie-Banner einordnen, was ein unbekannter Dienst eigentlich tut.
  • Aus einem langen Beitrag eine kurze Antwort für KI-Suchen machen.
Genauso wichtig ist die Gegenfrage: Was braucht gar keine KI? Ob eine Seite eine Überschrift hat, wie viele Wörter sie enthält oder ob Bilder einen Alt-Text haben, lässt sich mit normalem Code prüfen. In BRE KI SEO läuft diese Analyse deshalb komplett lokal und kostet nichts. Die KI kommt erst ins Spiel, wenn es um Formulierungen geht. Mein BRE Sitemap Studio kommt sogar ganz ohne KI aus, weil es dort schlicht keinen Vorteil bringt.

Joomla-Komponente oder WordPress-Plugin: gleiches Prinzip

Technisch unterscheiden sich die beiden Systeme, im Aufbau ähneln sie sich:

  • Joomla!: eine Komponente für das Backend, ein System-Plugin für die Ausgabe auf der Website, alles in einem Installationspaket.
  • WordPress: ein Plugin mit eigener Admin-Seite, das sich über Hooks in die Ausgabe einklinkt.
Der wichtigste Punkt ist bei beiden gleich: Die eigentliche Logik lebt getrennt vom CMS. Analyse, KI-Anfragen, Freigabe und Protokoll bilden einen eigenen Kern. Das CMS liefert nur die Oberfläche und die Inhalte. So lässt sich derselbe Kern in ein anderes System übertragen. Genau das habe ich mit BRE KI SEO gemacht: Die Joomla!-Erweiterung arbeitet inzwischen auch im Verwaltungsbereich dieser Website, die gar nicht auf Joomla! läuft.

Fünf Regeln, nach denen ich baue

1. Vorschlag statt Autopilot.
Die KI schlägt vor, der Mensch gibt frei. Bisheriger Text und Vorschlag stehen nebeneinander, mit einer kurzen Begründung. Eine automatische Übernahme gibt es nur, wenn du sie bewusst einschaltest.

2. Jede Änderung lässt sich zurücknehmen.
Übernommene Vorschläge landen im Protokoll und lassen sich mit einem Klick rückgängig machen. Wer einer KI Schreibrechte gibt, braucht einen Rückweg.

3. Kosten bleiben sichtbar.
Die KI läuft über deinen eigenen API-Schlüssel beim Anbieter. Ein Monatsbudget begrenzt die Ausgaben, und die Kosten stehen direkt im Backend. Keine Überraschung auf der nächsten Rechnung.

4. Freie Wahl des Anbieters.
Anthropic, OpenAI oder Mistral mit Sitz in der EU: Welcher Anbieter zum Einsatz kommt, entscheidest du. Fällt einer aus, springt auf Wunsch der nächste ein.

5. So wenig Daten wie möglich.
An die KI gehen nur die Inhalte, die ohnehin auf der Website stehen. Besucherdaten haben dort nichts verloren. Pflichtseiten wie Impressum und Datenschutzerklärung werden grundsätzlich nicht automatisch verändert.

Wie KI mir beim Bauen hilft

Auch beim Programmieren arbeite ich mit KI-Assistenten. Sie schreiben Grundgerüste, schlagen Tests vor und finden Fehler, die mir nach Stunden am selben Code nicht mehr auffallen. Das beschleunigt die Arbeit spürbar.

Die Verantwortung bleibt trotzdem bei mir:

  • Jede Zeile wird gelesen und verstanden, bevor sie in ein Produkt geht.
  • Sicherheitsrelevante Teile prüft zusätzlich ein zweites, unabhängiges KI-System, dessen Hinweise ich einzeln bewerte.
  • Getestet wird in einer eigenen Testinstallation mit Beispieldaten, nicht auf einer Kunden-Website.
Die Kombination macht den Unterschied: KI für Tempo, Erfahrung für die Entscheidungen.

Was trotzdem schiefgehen kann

Ehrlich gesagt gibt es Grenzen, die man kennen sollte:

  • KI-Texte können falsch sein. Deshalb gibt es die Freigabe. Eine Formulierung klingt überzeugend, stimmt aber nicht immer.
  • Kosten entstehen beim Anbieter. Das Budget begrenzt sie, aber sie sind nicht null.
  • Suchmaschinen und KI-Suchen entscheiden selbst, was sie anzeigen oder zitieren. Eine Erweiterung kann die eigene Seite verbessern, aber keine Platzierung versprechen.
  • CMS-Updates brauchen Tests. Eine neue Joomla!- oder WordPress-Version kann Anpassungen nötig machen.
  • Rechtliches gehört dazu. KI-generierte Bilder und Videos sind zu kennzeichnen. Und sobald personenbezogene Daten an einen KI-Anbieter gehen, braucht es mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

Lohnt sich eine eigene KI-Erweiterung für dich?

Eine eigene Lösung lohnt sich meist, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Eine Aufgabe im Backend wiederholt sich regelmäßig und kostet spürbar Zeit.
  • Es geht um viele Seiten, Produkte oder Einträge, nicht um drei.
  • Der Ablauf ist klar genug, dass ein Mensch am Ende mit einem Klick freigeben kann.
  • Fertige Erweiterungen passen nicht zu deinem Ablauf oder schicken mehr Daten nach außen, als dir lieb ist.
Wenn eine vorhandene Erweiterung die Aufgabe schon gut löst, ist das oft der schnellere und günstigere Weg. Auch das gehört zu einer ehrlichen Beratung.

Du hast eine wiederkehrende Aufgabe in Joomla! oder WordPress, die dich nervt? Schreib mir kurz, worum es geht. Ich sage dir offen, ob sich dafür eine KI-Erweiterung lohnt oder ob es eine einfachere Lösung gibt.

Hast du einen konkreten Fall im Kopf? Beschreib ihn in zwei, drei Sätzen — dann ordnen wir im Erstgespräch ein, ob sich der Aufwand lohnt.

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